FRESCH-Methode bei LRS - das "ck"

03.06.2016

 

Immer wieder stoße ich in Lehrwerken der Grundschule auf folgende Hürde in der Rechtschreibung:

 

Das ck wird so behandelt, dass es komplett in der zweiten Silbe landet, also 

 

backen

 

Dies wird deshalb so gehandhabt, damit man den Kindern das Trennen des Wortes nicht wieder erklären muss, denn  die Trennregel lautet: ba-cken, das "ck" wird also komplett in die neue Zeile übernommen. Das Silbieren und das Trennen wird also gleichgesetzt, obwohl das zwei völlig verschiedene Dinge (Sprechen/Hören vs. Schreiben) sind. Durch dieses Gleichsetzen wird das Silbieren und damit das richtige Schreiben untergraben. Wegen einer einzigen Trennregel, die alle Jubeljahre mal gebraucht wird (wenn überhaupt, denn niemand zwingt mich, ein Wort zu trennen) wird das ganze System der langen und kurzen Vokale umgeworfen und quasi das Pferd von hinten aufgezäumt. Das halte ich für äußerst fragwürdig.

 

Meiner Erfahrung nach führt diese Behandlung des ck zu zwei Problemen:

1. Die Kinder haben vorher gelernt, dass der Vokal am Ende einer Silbe (wenn danach kein Konsonant mehr kommt) LANG gesprochen wird, z.B. bei

 

Hose

Hase

Dose

Rose

 

Dies ist besonders wichtig, wenn Wörter verlängert werden müssen, um Doppelkonsonanten hörbar zu machen und sie damit dann auch zu schreiben. Nun ist die Verwirrung groß, wenn am Ende der Silbe auf einmal ein kurzer Vokal stehen soll.


 

 

 

2. Wenn die Silben laut gesprochen werden, höre ich bei

 

backen

 

kein "ck" bzw. kein Doppel-k. Das wird dann natürlich auch nicht geschrieben.

 

 

 

Wenn die Kinder nach dem in manchen Schulbüchern vermittelten Verfahren silbieren, stoßen sie z.B. beim Wort "Backpapier" auf Probleme. Sie erkennen, dass es sich um ein zusammengesetztes Namenwort handelt und sie den ersten Teil verlängern müssen, also das "Zauberwort" alle verwenden:

 

alle  backen

 

Aber sie hören kein k-k, schreibe also dann Bakpapier.

 

Das Trennen von Wörtern ist eine reine Angelegenheit des SCHREIBENS, hilft also überhaupt nicht beim Rechtschreiben.

 

Das Trennen wird in einer, maximal zwei Proben in der Grundschulzeit abgefragt, bei denen dann vielleicht zwei Wörter mit ck vorkommen. Hier wird das Kind quasi "gezwungen" zu trennen. Ansonsten darf man das Wort ja auch einfach gleich in die nächste Zeile schreiben, z.B. bei einem Aufsatz. Hier wird kein Fehler angestrichen, wenn man nicht trennt. Das Risiko, dass diese in einer Probe Wörter falsch getrennt werden, und damit zwei Fehler entstehen, kann man eingehen, wenn man dem Kind den Unterschied zwischen dem Silbieren und dem reinen Schreibtrennen nicht klar machen will. Normalerweise verstehen die Kinder diesen Unterschied zwischen dem Hören und Silbieren und dem Schreiben und Trennen aber sehr gut, so dass das Silbieren von ck als zwei kk und damit als FRESCH-konformer Doppelkonsonant mit einem KURZEN Vokal davor kein Problem ist.

 

 

 

 

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