Die Macht der Bilder

08.06.2017

 

Visualierung - Lernstoff sichtbar machen

 

Schulische Hefteinträge sind meist öde Wüsten. Dass einmal Textmarker oder vielleicht sogar Farben benutzt werden, ist so ziemlich das höchste der "grafischen", kreativen und gestalterischen Gefühle.

 

Damit machen sich SchülerInnen aber das Lernleben sehr schwer. Das Gehirn kann mit Text recht wenig anfangen. Sehen Sie sich einmal diesen Werbespot an:

 In diesem Spot geht es um ein Auto. Aber das, was einen an einem Auto interessieren könnte, z.B. Höchstgeschwindigkeit, Verbrauch, Ladevolumen, wie viele Türen, Klimaanlage und sonstige Extras oder andere Ausstattung, Preis etc. wird hier nicht genannt. Darum geht es nicht. Sondern es geht um die Emotion, die hier transportiert werden soll. Und das passiert am besten mit Bildern, Werbeleute wissen das natürlich schon lange. Außerdem kann sich das Gehirn Bilder wesentlich besser "ankern" als Text. In diesem Werbespot gibt es genau drei Wörter "Live fully now" (plus die Angabe, von wem dieses Zitat stammt, ganz kurz am Ende). Der Rest des Spots funktioniert nur über Bilder.

 

Leider vernachlässigen die meisten beim Lernen, wo es ja auf das zuverlässige Verankern von Lernstoff im Gehirn besonders ankommt, die Macht der Bilder.  Dennoch gäbe es so viele Möglichkeiten, um mehr Kreativität und Spaß und viele, viele Bilder ins Lernen zu bringen:

 

1. Methode: Mindmapping

Bei dieser Art der Visualisierung wird ein Thema in die Mitte geschrieben. Außen herum folgen dickere Hauptäste und dünnere Nebenäste. Auf die Äste kommen nur Schlüsselwörter, auf die Hauptäste die Oberbegriffe, auf die Nebenäste die Unterbegriffe. Das ganze wird farblich gestaltet und dazu werden Bilder, Symbole etc. gezeichnet.

 

 Quelle: Live to Write - Write to Live

 

Den Gestaltungsmöglichkeiten sind keine Grenzen gesetzt, der Mindmap an sich auch nicht. Sie ist immer erweiterbar.

Mindmapping erfordert ein wenig Übung, um den Platz gut einzuteilen, aber je öfter man sich damit beschäftigt, desto lockerer geht das Gestalten von der Hand.

Gut für: Stoff in Lernfächern wie  Biologie, Erdkunde, Geschichte etc., Referate/Vorträge (als eigenes Skript oder sogar als Handout), To-Do-Listen, Planungstool (z.B. für Feste, Projekte etc.) für die Fortgeschrittenen: Mitschreiben im Unterricht / in der Vorlesung

 

2. Methode: Sketchnotes

Diese Methode hat in der letzten Zeit an Bekanntheit gewonnen.

Ein schönes Buch zum Thema gibt es von Mike Rohde:

 

 Sketchnotes sind Mitschriften oder Aufzeichnungen, bei dem Text mit grafischen Elementen und Strukturen gemischt wird. Schon Leonardo Da Vinci hat diese Methode verwendet.In dem Buch von Mike Rohdefindest du auch einen kleinen Zeichenkurs.Außerdem wird gezeigt, wie du Texte übersichtlich gestalten kannst.

 

3. Methode: Infografiken

Auf der Seite www.piktochart.com können sogenannte Infografiken erstellt werden. Beispiele für eine Infografik findest du hier:

 

 

 Quelle: WTS Triahlon

 

Infografiken fassen Fakten und gestalterische Elemente zusammen. So macht es richtig Spaß, Statistiken zu lesen. Aber auch kausale Zusammenhänge können mit Infografiken problemlos dargestellt werden. Im Internet gibt es jede Menge Templates dafür. Ein bisschen Übung braucht es allerdings schon, um die richtige grafische Darstellung für die gewünschten Inhalte herauszufinden.Eine ganz einfache Methode der Infografik ist das sogenannte Lernposter. Dafür brauchst du nur ein großformatiges Papier (z. B. Flipchart-Papier) und am besten viele Stifte mit verschiedenen Farben. Das Poster sollte so gestaltet sein, dass es aus ca. 7 m Entfernung gut zu lesen ist. Auf das Lernposter kommt nur DAS WICHTIGSTE. Ein Lernposter ist sozusagen ein überdimensionaler Spickzettel.

 

 

Grundsätzlich gilt für alle Formen der Visualisierung:
beim Erstellen einer Mindmap, eines Lernposters, einer Infografikoder einer Sketchnote setzt du dich immer aktiv mit dem Stoff auseinander und das Lernen kommt fast wie von selbst.

Außerdem ist der Spaßfaktor viel höher als beim „Ich lese mir das einmal durch und schreibe mir ein paar Stichpunkte heraus“, also dem, was viele Schüler als „Lernen“ bezeichnen :-)

Probiere doch die eine oder andere Methode einfach einmal aus. Wenn du Fragen hast, kannst du dich jederzeit an mich wenden.

 

 

Hier findest du noch ein paar Buchempfehlungen:

 

 

  

 

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